Abrahamsfest

Marler Medienkunst: Ausstellung Herbst 2017 am 14.11.2017 von 15 – 17 Uhr

Hier der Flyer als PDF

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Veranstaltung mit Pei-Yu Chang

Gestaltung: Johanna Ries

    

 

 


 

Für ESM-Gemeindebrief Dez 2017 und Jan 2018 

Feste der Nachbarn:

1 Dez. 2017: Maulid (arabisch) Mevlid Kandili (türkisch) Geburtstag von Muhammed: Im Islam ist dieser Tag beliebt, er wird gefeiert bei den Sunniten am 1. Dez bzw bei den Sunniten 5 Tage später am 6.Dez. Die Nacht seiner Geburt war nach volkstümlicher und mystischer Überlieferung „ganz in Licht getaucht“. Diese Nacht gilt als eine der fünf gesegneten Nächte im Islam.

13. – 20. Dez. 2017: Chanukka .- Juden feiern dieses achttägige Tempelweihfest als eine freudige Zeit. Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahre 3597 (= 164 v.Chr.). Die siegreichen jüdischen Makkabäer reinigten und weihten den Tempel neu. Es wird überliefert, das restliche, echt koschere Öl war nur noch für einen Tag vorhanden aber durch ein Wunder habe es doch acht Tage gereicht, bis neues geweihtes Öl hergestellt war. Daran erinnern die acht Arme des Chanukkaleuchters.  Chanukka ist vor allem ein häusliches Fest, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten.

7. Januar 2018: Weihnachten in den Orthodoxen christlichen Kirchen der Welt.

17.Abrahamsfest: zu allen genannten Veranstaltungen sind alle Interessierten willkommen, entgeldfrei.

Freitag 1. Dez. 2017, 17 Uhr: Jugendliche treffen sich zu Filmen und Pizza in der El Khodr-Moschee, Bergstr. 156, Marl-Drewer.

Mittwoch, 6. Dez. 2017: Jugendliche erklären SchülerInnen und Schülern der Willy Brandt Gesamtschule ihr Gotteshaus: Ab 10.30 Uhr in der Kirche St. Georg, Alt-Marl, ab 12.20 Uhr in der Fatih-Moschee, Bachackerweg 197 und ab 15 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen. Die Teilnahme an dieser Rundreise ist begrenzt auf die genannte Schule.

Donnerstag, 7. Dez. 2017, 18.30 Uhr, im Grimme-Institut, Eduard Weitsch Weg 25, Marl-Mitte: Zum Thema „Gutes Leben – heute?“ sehen wir einen preisgekrönten Film, anschließend ist ein Gespräch mit dem anwesenden Filmemacher.

Dienstag, 12. Dez. 2017, 18 – 21 Uhr im Rathaus-Saal Marl: das beliebte Gastmahl zum Abrahamsfest. Interkulturelle Darbietungen aus den drei Religionen, von Jung und Alt. Gemeinsames Essen am Buffet. Gemeinsames Singen.

Freitag, 15. Dez. 2017, 14 – 16 Uhr: Bei Evonik im Chemiepark Marl: Eingeladen wird zu einem Betriebsbesuch mit interessierten Jugendlichen, Eltern und Personen, die in Vereinen, religiösen Gemeinden, Schulen und Jugendkulturzentren Jugendliche beeinflussen. Es geht um die Frage, was muss ich als Jugendlicher an Kenntnissen und Leistungsbereitschaft für eine Ausbildung bei Evonik/Infracor mitbringen? Voranmeldung im i-Punkt (im Marler STERN) erforderlich, tel. 99 43 10. Maximal 25 Personen.

Außerdem laufen in diesen Wochen in Schulen und in außerschulischen Kinder- und Jugendkulturzentren Kreative Workshops. Eine gute Gelegenheit, solche Inszenierungen von Kindern und Jugendlichen z.B. zu „Abrahams-Geschichten damals und heute“ zu sehen bzw öffentlich aufzuführen, ist die Revue der Kulturen im Theater der Stadt Marl am Sonntag, 18.Feb. 2018 14 – 16 Uhr.

Jüngere fragen/Ältere erzählen: Vorbereitet wird derzeit die nächste öffentliche Präsentation eines neuen Filmes, wo jüngere Menschen Interviews mit älteren Menschen führen und dabei ins Gespräch kommen zu: Warum sind wir/unsere Eltern vor Jahren aufgebrochen aus unserer damaligen Heimat? Welche Erfahrungen haben wir hier in Marl in der neuen Heimat gemacht? Was raten wir Jüngeren? Wie reagieren Jüngere auf solche Lebenserfahrungen von Älteren? Diese Veranstaltung wird vermutlich am Sonntag, 28. Januar 2018 um 14 Uhr in der Yunus Emre Moschee, Sickingmüherlstr/Haardstr, Marl-Brassert sein. Für endgültigen genauen Termin bitte auf Presse u.a. achten.  

 Gez. Hartmut Dreier

 


 

    

Fotos: Meriam Lihehdheb

 

Junges Abrahamsfest: Filme und Pizza - immer wieder attraktiv für Jugendliche

 

Am 5. 9.2017 luden die Friedenswege e.V. in ihre neuen Räumlichkeiten ein. Ein gut besuchter Freitag-Nachmittag mit anregenden Filmen und Gesprächen, ausgewählt von Beatrix Ries.

 

 


 

Bericht vom Auftakt II: Familiennachmittag in der Fatih-Moschee Marl

   

Fotos: Evelyn Fürst-Heck

Rund 70 Menschen aus allen Generationen versammelten sich im Gemeindesaal der Fatih-Moschee am SO 8.Oktober 2017 von 15 – 17 Uhr. Ein buntes fröhliches Programm begeisterte Jung und Alt.

Seitens der Fatih-Moschee begrüßte die Studentin Ayse-Gül Divli, vom Vorstand der Fatih-Moschee. Sie und Beatrix Ries leiteten diesen Familiennachmittag, sie hören zu den zahlreichen Verantwortlichen des 17. Aberahamsfestes. Raduga-Kinder tanzten unter Leitung von Natalie Koschuhowski und Elisa Kindler. Beatrix Ries zeigte 3 Filme, witzig, spritzig und nachdenklich für Kinder im Alter von 9 – 12 Jahren: die beiden Filme „Der Pechvogel“ und „Mobile“ besprach sie mit den Kindern; dabei wurde deutlich: Lachen und Hoffen – das hilft im Leben. Freundschaften pflegen, ist wichtig. Damit alles im Gleichgewicht bleibt. - Nach der Pause am Buffet begeisterten Sophie Quandt und Carla Janowski auf ihren Geigen, ihre Geigen-Lehrerin Evelyn Fürst-Heck von der Musikschule der Stadt Marl war mit ihrer Familie aufmerksam dabei.

Vier besondere Gäste an diesem Familiennachmittag kamen von weit her: zwei Frauen und zwei Männer, jeweils christlich und muslimisch, aus dem afrikanischen Kamerun und aus dem fernöstlichen Indonesien; sie nehmen derzeit an einer Ökumenischen Internationalen Religions-Dialog-Konferenz in Wuppertal teil und besuchten tagsüber in Marl das Abrahams-Haus, das Ashura-Fest der Aleviten und diesen Familiennachmittag, begleitet von Pfr. Ralf Lange-Sonntag, Dialogbeauftragter der Ev. Kirche von Westfalen.


Einladung zum Vortrag von Professor von Stosch 

Hallo,

herzliche Einladung an alle zum Vortrag von Professor von Stosch, "Komparative Theologie", am Dienstag, 19.9.17, 19.30 -21.00 im Gemeindehaus der Kulturen/Pauluskirche, Römerstr. 61.

Dazu ein Plakat/Handzettel für die Werbung.

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 LG Roland

 

 


 

Für den ESM-Gemeindebrief Okt und Nov 2017

Feste unserer Nachbarn:

5. – 12. Okt.2017: „Sukkot“ – Das jüdische „Laubhüttenfest“ Sukkot ist ursprünglich ein Erntedankfest. Zugleich ist es eins der drei Wallfahrtsfeste (Pessach, Schwout, Sukkot). Sukkot erinnert an die Wüstenwanderung des damaligen Israel mit Mose nach ihrem „Auszug aus Ägypten“ und an das Wohnen in unfertigen Hütten in dieser Wüstenzeit.

13.Okt. 2017: „Simchat Tora“ – In der Synagoge werden im Laufe eines Jahres die fünf Bücher Mose, die Tora, von Anfang bis Ende gelesen. Am diesem Tat Simchat Tora=Fest der Torafreude ist der letzte Abschnitt erreicht; die Vorleser tragen die Tora-Rollen in Freude durch die Synagoge.

Im Islam sind im Okt und Nov. 2017 keine besonderen Feste.

 

17.Abrahamsfest Marl:

Es ist seit dem Auftakt und den ersten Veranstaltungen im September nun im vollen Gang. In der zeitlichen Reihenfolge der Termine laden die Veranstalter, zu denen auch die ESM gehört, herzlich ein. Alle sind entgeldfrei.

SA 8.Okt. 2017;15 – 17 Uhr: Familien-Nachmittag in der Fatih-Moschee, Bachackerweg 197, 45772 Marl-Hamm. Kurzfilme für Kinder werden gezeigt und darüber geredet (das macht auch in diesem Jahr wieder Pfr. Thomas Damm, früher Marl-Sinsen, nun Schwerte; er ist ausgewiesener Filmexperte). Außerdem: Bühnenauftritte von Schulen und Jugendeinrichtungen. Mittendrin gibt es Kuchen und Erfrischungen samt Kaffee/Tee am Buffet.

MI 11. Okt. 2017, 19.30 Uhr im Pfarrheim von St. Pius, Friedrich-Wilhelm-Weber-Str. 16a, 45 768 Marl-Brassert: Christel Neudeck: „Unser Leben in Umbrüchen und Aufbrüchen – Rupert Neudeck und Christel Neudeck durch dich-und-dünn“ Christel Neudeck ist Schirmfrau des ganzen 17.Abrahamsfestes. Mit ihrem im Mai 2016 verstorbenen Mann Rupert retteten sie über 11.000 Flüchtlinge aus Vietnam in 260 Einsätzen vor dem Ertrinken – seitdem kennen viele deren Hilfsorganisation  „Cap Anamur“, die bis heute in den schrecklichsten Brennpunkten der Erde tätig ist, mit Freiwilligen aus christlichen und inzwischen auch aus muslimischen Familien, aus humanitär denkenden Kreisen (die „Grünhelme“). Frau Neudeck ist seit 2016 Staatspreisträgerin NRW. Sie hat viel zu sagen! – Interkulturelles Begleitprogramm von der Musik-Gruppe Maranatha.

SA 21. Okt. 2017, 17 Uhr in der Kuba-Moschee, Sickingstr. 40, 45772 Marl-Hüls: „Pizza & Filme“  Jugendliche sind eingeladen zum Anschauen von spannenden, guten Filmen und reden darüber. Es gibt Pizza und Getränke. Ein beliebter Treff mit jungen Menschen.

FR 3. Nov. 2017, 17 Uhr im Ernst-Reuter-Haus, Sperberweg 3-5, 45772 Marl-Hamm: „Pizza & Filme“. Zu diesem Format siehe Erklärung am 21.Okt. Diesmal soll u.a. ein selbst gedrehter kleiner Film über „das Handy“ (vom Kongo bis in unsere Hände hierzulande) vorgestellt werden, der zur Zeit als Teil des Abrahamsfestes im Ernst-Reuter-Haus entsteht, zusammen mit der Ev. Jugend und ihren Förderern in NRW.

Di bis DO:  7. bis 9. Nov. 2017 im Abrahamshaus, Karl-Liebknecht-Str. 10, 45770 Marl-Drewer: Vormittags und nachmittags treffen sich Grund-Schulklassen und begreifen im kreativen Rollenspiel und im Gespräch mit jüdischen, christlichen und muslimischen Teamern , wie Juden, Christen und Muslime leben und feiern. Oft fragen Kids beim Weggehen: „Können wir morgen wieder kommen?“.

DI 14. Nov. 2017, 15 – 17 Uhr: Jugendliche und Erwachsene gehen im „Skulpturenmuseum Glaskasten“ im Rathaus auf Entdeckung. Sie erleben Video-Klang-Kunst und einige Skulpturen auch auf dem Platz vor dem Rathaus. Sie stellen auch ihre Fragen („es gibt keine dummen Fragen!“), hören etwas zur modernen Kunst und zwischendurch gibt es Pizza und Erfrischungen am Buffet.

DO 16. Nov. 2017, 18 Uhr im HOT „Boje“, Martin-Luther-Strasse, 45768 Marl-Brassert: die Autorin und Illustratorin Pei-yu-Chang stellt ihr auch von den Medien begeistert gelobtes, wunderschönes Bilderbuch vor: „Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin“. Zusammen mit der Kinder- und Jugendbücherei „Türmchen“ – aber nicht dort sondern in der Boje! „Herr Benjamin“ –das ist Walter Benjamin, einer der einflussreichsten Denker, der als Jude in der Nazizeit verfolgt wurde und bei seiner Flucht von Südfrankreich über die Berge in verzweifelter Lage sich das Leben nahm; er hatte immer einen Koffer bei sich, Menschen fragten sich, was darin sei – und dieser Koffer ist seit seinem Tod verschwunden. Die in China geborene Pey-yu-Chang lebt in Deutschland und hat dazu eine bewegende Geschichte geschrieben und illustriert.

DI 21. Nov. 2017, 11 – 12.30 Uhr im Grimme-Institut, Eduard Weitsch Weg 25, Marl-Mitte: SchülerInnen im Alter von 10 – 12 Jahren der Hauptschule und der beiden Gesamtschulen schauen sich Kurzfilme an und reden darüber mit Filmexperten wie Aycha Riffi und Stefan Schroer vom Grimme-Institut. „Kino echt anders“ - Beide sind aus entsprechenden Veranstaltungen in Oberhausen und Duisberg sehr versiert und beliebt.

 

MI 22. Nov. 2017 von 11.30 bis 18 Uhr sind SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9/10 der Martin Luther King Schule unterwegs unter dem Motto: „Ältere Jugendliche erklären jüngeren Jugendlichen ihr Gotteshaus“. Auf der Rundreise ist um 11.30 Uhr die Pauluskirche die 1.Station, von dort geht es weiter zur Fatih-Moschee für 13 Uhr und – nach einer Mittagspause dort –  treffen sie um 16 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen ein.  Es ist ein Experiment, wo Schulen und religiöse Gemeinden sehr praktisch und jugend-nah zusammenarbeiten. 


 

Hier das Plakat zum 17. Abrahamsfest.

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 Hier kommt der Flyer zum 17. ABF als PDF.

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17.Abrahamsfest – 2017                                                             www.abrahamsfest-marl.de

 

Thema: Umbrüche, Aufbrüche

Schirmfrau: Christel Neudeck                                                                                                 Stand: 6.7.2017

 

Veranstalter: CIAG = Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl. Sowie mit mehr als 50 weiteren Kooperationspartnern am Ort, in der Region (z.B. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen) und in Deutschland (z. B. Interkultureller Rat in Deutschland, Sitz: Darmstadt).

 

Förderer: Stadt Marl, Ministerium für Kinder, Familie. Flüchtlinge  und Integration NRW, Bistum Münster, Ev. Kirche von Westfalen, Sparkasse Vest, Volksbank Marl-Recklinghausen, GEW NRW

 

Programm:

 

1.Auftakt 

 

(a) in der Synagoge: SO 17.Sept.2017,17 Uhr, Ort: Am Polizeipräsidium, 45 657 Recklinghausen. Programm mit 3 Chören aus den drei Religionen mit ihren (liturgischen) Instrumenten, Grußworte. Anschließend Gespräche am koscheren Buffet (in Kooperation mit dem Interkulturellen Rat Deutschland, Darmstadt, sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis RE)

 

(b.) Familien-Nachmittag in der Moschee: SO 8. Okt. 2017, 15 Uhr: Fatih-Moschee: Kurzfilme, interkulturelle Auftritte

 

2. Abschluss: DI 12. Dez. 2017, 18 – 21 Uhr: Rathaus – Gastmahl

 

3. Mit Kindern: Besuche zwischen Kirchen und Moscheen in Verbindung mit Koran- und Firm-/Konfirmations-Unterricht

 

4. Mit Jugendlichen, Schulen, Jugendzentren:

 

a) An monatlich wechselnden Orten: Pizza und Filme – immer um Fünf Uhr:

 

Sept: FR. 15. 9. 2017 um 17 Uhr:Friedensweg, Wiesenstr. 22, Marl

 

Okt: SA 21. Okt. 2017 um 17 Uhr, Ort: Kuba-Moschee, Sickingstr. 44, Marl

 

Nov: FR 3. Nov. 2017 um 17 Uhr, Ort: Ernst Reuter Haus, Sperberweg 5, Marl

 

Dez: FR 1. Dez 2017 um 17 Uhr, El Khodr Moschee, Bergstr. 156, Marl

 

Dez. SO 10. Dez. 13 Uhr: Agada – Jüdisches Jugendzentrum, Am Steintor 5, 45768 Recklinghausen

 

b) 7. – 9. Nov. 2017, 9 – 12 Uhr bzw 13. – 16 Uhr: Karl Liebknecht Str. 10, 45.770 Marl-Drewer: Abrahams-Haus:  Mit sechs Grundschulen bei Kopf- und Handarbeit Gemeinsames im Judentum, Christentum und Islam begreifen.

 

c) Di. 14. November, 15 – 17 Uhr, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl:: “Wir gehen auf Entdeckung. Video-Klang-Kunst und Skulpturen“-  Niedrigschwellige Erkundung - Drinnen und draußen. Mit kleinem Buffet

 

d) Do. 16. Nov. 2017, 18.00 Uhr. Ort: HOT boje, Martin Luther Str. 8, 45768 Marl-Brassert: Pey-Yu Chang: „Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin“. Lesung, Gespräch.Kooperation mit der Kinder- und Jugendbücherei „Türmchen“

 

e) DI 21. Nov. 2017, 11.00 – 12.30 Uhr, Grimme-Institut Marl, Eduard Weitsch Weg 25, 45768 Marl-Mitte: Kino echt anders. Kurzfilme für Schulklassen aus der Hauptschule und den beiden Gesamtschulen (Jg. 5- 6)

 

f 1) Ältere Jugendliche erklären SchülerInnen der Martin Luther King Schule ihr Gotteshaus bei einer Rundreise mit 3 Stationen: MI 22. Nov. 11.30 Uhr: Paulus-Kirche, 13.00 Fatih-Moschee, 16.00 Uhr Synagoge in RE. Mit 2 Klassen der Jahrgangsstufe 9-10 der beiden Gesamtschulen

 

f 2) Ältere Jugendliche erklären SchülerInnen der Willy Brandt Gesamtschule ihr Gotteshaus bei einer Rundreise mit 3 Stationen: MI 6. Dez.: 11.30 Uhr: St.Georgs-Kirche, 13.00 Fatih-Moschee, 16.00 Uhr Synagoge in RE.

 

g) Jugendkulturzentrum KBC an der Martin Luther King Schule: Jugendliche filmen eine Woche im Leben eines Flüchtlings in Marl (ist schon im 1. Halbjahr 2017 realisiert, steht bereit für Einsatz in Veranstaltungen)

 

h) Kreative Workshops mit 6 Schulen und 4 Jugendkultureinrichtungen, im Blick auf die „Revue der Kulturen“ im Theater Marl: So, 18.Feb. 2018, 14 – 16 Uhr

 

i) Interkulturelle Trainings mit ehrenamtlichen JugendmitarbeiterInnen: Termine werden vereinbart

 

5. Mit Erwachsenen (und älteren Jugendlichen):

 

a) DI 19. Sept. 2017, 19.30 Uhr: Gemeindehaus der Kulturen, Römerstr. 59, 45772 Marl. Vortrag von Prof. Dr. Klaus von Stosch, kath. Theologe für „komparative“ (=interreligiöse)  Theologie Universität  Paderborn. Thema: „Aufbrüche – Komparative Theologie. Impulse für den Dialog der Religionen“. Kulturelles Begleitprogramm.Kooperation mit der VHS „die insel“.

 

b) MI 11. Okt. 2017, 19.30 Uhr. Ort: St. Pius-Pfarrheim, Friedrich-Wilhelm-Weber-Str. 16 a, 45768 Marl-Brassert. Vortrag  unserer Schirmfrau Christel Neudeck (Troisdorf bei Bonn): Thema: „Unser Leben in Umbrüchen und Aufbrüchen – Rupert Neudeck und Christel Neudeck durch dick-und-dünn“, Kulturelles Begleitprogramm

 

c) Di. 14.November, 15 – 17 Uhr, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl:  „Wir gehen auf Entdeckung. Video-Klang Kunst und Skulpturen“ - Niedrigschwellige Erkundung - Drinnen und draußen. Mit kleinem Buffet

 

d) Do 16. Nov. 2017, 18.00 Uhr. Ort: HOT boje, Martin Luther Str. 8, 45768 Marl-Brassert: Pey-Yu Chang: „Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin“. Lesung, Gespräch.Kooperation mit der Kinder- und Jugendbücherei „Türmchen“

 


 

„Region Ruhr. Orte der Reformation“ Journal 28, hrsg. Johannes Schilling/Martin Grimm, 112 Seiten

Leipzig: Ev. Verlagsanstalt 2016.

Im Format erinnert dieses Journal an die klassischen Merian-Reisebücher. Anschaulich erzählt und gut bebildert bekommt Leser einen Eindruck von vielen Jahrhunderten Geschichte vor und während und seit der Reformation im Ruhrgebiet. Im Zentrum stehen die Städte entlang dem alten Hellweg, der heutigen B1, dem Ruhrschnellweg mit Blicken auf Soest im Osten und nach Wesel am Niederrhein. Hier in den Städten am Hellweg, der alten Salzstrasse lebte ein „Bürgertum“, das am Humanismus/Reformation und europäisch vernetzt  Gefallen fand und sich gegen Bischöfe und Adel emanzipierte. Was es heutzutage – abseits dem Ruhrschnellweg -  im Flickenteppich Ruhrgebiet an interessanten Projekten gibt, auch dazu findet Leser anregende Hinweise: Lutherforum Gladbeck, Abrahamsfest Marl, Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck, Kreative Kirche Witten. - Insgesamt gerne las ich alle Beiträge im Teil II: „Evangelisch im Ruhrgebiet – ReformationsGeschiche(n)“: Einwanderung aus Masuren, Innere Mission/Diakonie, Kurzbiografien zu prägenden Personen seit 1500 (einschließlich: Gustav Heinemann u.a. aus der Gegenwart), vor allem: aus der Feder von Günter Brakelmann sein (Leidenschaft atmender) Beitrag über Hans Ehrenberg (jüdisch geboren und aufgewachsen, ev. Pastor ab 1928 in Bochum, im 2.Weltkrieg Emigrant in England, ab 1947 von Bethel aus tätig), Ökumene im Ruhrgebiet (vom Essener Bischof Overbeck), Begegnung von Christen und Muslimen im Ruhrgebiet (mit Sympathie berichtet Gerhard Duncker über Marl´s Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft/Abrahamsfest und über Gelsenkirchen´s Ev. Gesamtschule im Gebäude von Peter Hübner), „Heimatsucher e.V“. zur Sicherung von Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden, „Fußballgott und Teufelskerle: Borussia Dortmund und Schalke O4“ (von Alfred Buß). Aufschlussreich die Umwidmungsprojekte von früheren Kirchen: Kulturkirche in der Bleckkirche in Gelsenkirchen, Martin Luther Forum in der früheren Markuskirche in Gladbeck, das Forum Kreuzeskirche in der Kreuzeskirche Essen.

Verfasser: Hartmut Dreier

 


 

Hier der 16. Sachbericht vom Abrahamsfest als PDF

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15. Abrahamsfest Marl                                                      Frühjahr 2016

www.abrahamsfest-marl.de (vgl. auch www.wikipedia.de/CIAG Marl/Abrahamsfest Marl)     

 

Sachbericht

15. Abrahamsfest Marl im Herbst/Winter 2015 – Thema: „Medien in digitalen Zeiten – Wissen und Gewissen, Teil II“.

Schirmherrin: Aydan Özoguz, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

1.       Thema, Träger, Danke:

Seit Herbst 2001 veranstaltet die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl zusammen mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl das jährliche Abrahamsfest Marl sowie mit 55 thematischen Kooperationspartnern am Ort, in der Region und bundesweit. Es fand im Herbst/Winter 2015 zum 15. Mal statt. Das Abrahamsfest Marl ist ein ehrenamtlich durchgeführtes Projekt für ein friedliches Miteinander und es versteht sich als Projekt der Hoffnung. Es wird vielfältig gefördert  und genießt hohe Anerkennung.

Vorab danken wir allen Förderern und Unterstützern ebenso wie den Beteiligten und ehrenamtlich Aktiven, die das ganze und die einzelnen Teile ermöglicht haben. Hier erwähnen wir im Blick auf die dankenswerte unverzichtbare Förderung durch das Land NRW die Fatih-Moschee Marl als sog. „Migrantenselbstorganisation“, die den Antrag beim Land für die Abrahamsfeste auch in 2015 gestellt hat. Aufgrund dieses Antrages hat das Land NRW auch dieses 15. Abrahamsfest Marl nach einem sorgfältigen Rankingverfahren gefördert als eine „Maßnahme zur Unterstützung des interkulturellen und/oder interreligiösen Dialogs“, mit den positiven Wirkungen wie z.B. „Außerschulische Angebote in Kooperation mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe“, „Zielgruppenspezifische Angebote für Kinder und Jugendliche…NeuzuwanderInnen“, „Kooperationsprojekte mit anderen örtlichen Trägern“, „zur Verbesserung des Zusammenlebens im Stadtteil“ und am Ort, „Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fundamentalismus.“

Die Verantwortlichen des 15. Abrahamsfestes (Namen und Zugehörigkeiten siehe am Ende dieses Sachberichtes) haben mit der Fatih-Moschee eng zusammen gearbeitet, bzw Verantwortliche dieser Moschee gehören zum Kreis der Verantwortlichen. Insofern ist dieser Sachbericht ein Ergebnisbericht sowohl von der Antrag stellenden „Migrantenselbstorganisation“ Fatih-Moschee als auch von allen Verantwortlichen des 15. Abrahamsfestes.

Das 15. Abrahamsfest Marl erreichte mindestens 3.500 Menschen aller Altersgruppen, Religionen, Weltanschauungen, sozialen Schichten und Kulturen. Zwei Drittel von ihnen sind Kinder und Jugendliche. In einem Zeitraum von mehreren Monaten, seit Sonntag dem 20. September 2015 war „Abraham“ bzw. das „Abrahamsfest“ in Marl - und nicht nur hier - so etwas wie ein „Stadtgespräch“ –  dank mindestens 50 aktueller und kompetent realisierter Veranstaltungen zu aktuellen Themen, intensivem bürgerschaftlichem Engagement und effektiver Öffentlichkeitsarbeit von Mensch zu Mensch, durch diverse Einladungsformate, Plakatierungen, Presse- und Internetauftritte (s. homepage: Abfrahamsfest-Marl.de).

Die Schirmherrin Frau Aydan Özoguz, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Berlin) äußerte sich anlässlich der Bekanntgabe, dass sie nach dem 14.Abrahamsfest (2014) auch beim 15. Abrahamsfest Marl 2015 die Schirmherrschaft fortsetzt: „Ich kann Sie zu solch einem Projekt nur beglückwünschen. Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist die interkulturelle und interreligiöse Arbeit …nicht hoch genug einzuschätzen!“

Zwei Jahre lang ging es um  „Medien in digitalen Zeiten – Wissen und Gewissen“, beim 14. Abrahamsfest in 2014 als Teil I und im Berichtszeitraum dieses 15. Abrahamsfestes 2015 als Teil II. Warum zwei Jahre lang dasselbe Thema? Wir griffen ein epochales Thema auf, Fachleute sprechen im Blick auf die Digitalisierung von der dritten Revolution – nach „den Umwälzungen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert“ und – davor – nach „der Erfindung des Buchdruckes im 16. Jahrhundert“ (vgl. Schlussbericht der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages vom 5.4.2013, S. 41). Dort heißt es auch: Diese Digitalisierung sei „tiefgreifend und unumkehrbar“ (ebendort).

Im Hintergrund und zur Debatte standen im 15. Abrahamsfest immer wieder Thesen und Beobachtungen (übrigens sind sie bei uns Veranstaltenden keinesfalls kulturpessimistisch und fortschrittsfeindlich gemeint) - wie:

    • Digitale Medien beschleunigen – und tragen dazu bei, dass kulturelle und religiöse Überlieferungen und Traditionen abbrechen, sowie Erfahrungswissen zerbröselt
    • Sie informieren zu jeder Zeit und an jedem Ort (der Welt) – und stellen in Frage, verunsichern
    • Sie „überfluten“ - und stumpfen ab
    • Sie verändern tiefgreifend die Arbeit und den Arbeitsmarkt im Kontext vom Weltmarkt
    • Sie sind nicht herrschaftsfrei, sondern verbunden mit Interessen – seien es staatliche, politische, auch religions-politische, wirtschaftliche, geheimdienstliche (NSA…).

Als eine aktuelle neue und ebenfalls epochale Fragestellung war das 15. Abrahamsfest von „Flucht – Flüchtlinge“ gekennzeichnet. Auch wir Verantwortlichen und viele andere Beteiligte im 15. Abrahamsfest engagieren sich – meist ehrenamtlich - in der Willkommenskultur mit Flüchtlingen. Immer mehr Flüchtlinge kamen zu unseren Veranstaltungen; beim abschließenden Gastmahl im Rathaus am 15. Dez. 2015 waren die Räumlichkeiten mit beinahe 400 Menschen über-voll. Sie trugen zur Lebendigkeit und Aktualität bei und das passt zum Namensgeber Abraham: Denn er war in seiner Zeit  (mit seinen Leuten)  selber Flüchtling und Migrant. Abraham erwies sich auch in dieser Hinsicht als eine produktiv wirkende und integrative, als eine Hoffnung und Mut machende  Symbolfigur.

Gerne erinnern wir an die Feststellung, die als damaliger Minister Guntram Schneider (Minister für Arbeit, Integration und Soziales, NRW), alsSchirmherr vom 13. Abrahamsfest, am 19.12.13 beim Abrahams-Gastmahl im Rathaus ausgesprochen hatte: „Das Abrahamsfest Marl hat ein Stück weit nordrhein-westfälische Geschichte geschrieben!“ 

In diesem Sinne war das Abrahamsfest geehrt worden am Sonntag, 31. Mai 2015 in Münster/W. mit dem Johannes XXIII.-Preis für Gerechtigkeit und Frieden, verliehen von der international orientierten  katholischen, ökumenischen Friedensorganisation Pax Christi im Bistum Münster. Im Mittelpunkt der Verleihungsfeier stand die Inszenierung „Lampedusa“ der Heinrich-Kielhorn-Förderschule Marl: eindrücklich führten Jugendliche dieser Schule pantomimisch das Thema Flucht auf. In schriftlichen Grußworten wurde das Abrahamsfest Marl gelobt von  Ministerpräsidentin NRW Hannelore Kraft, ihrer Stellvertreterin und der Schul- und Weiterbildungsministerin Sylvia Löhrmann und dem damaligen Minister für Arbeit, Integration und Soziales NRW Guntram Schneider, von dem Dialogbeauftragten der Ev. Kirche von Westfalen Ralf Lange-Sonntag,  von Marls Bürgermeister Werner Arndt, von den Marler Fraktionen SPD, CDU und Wählergemeinschaft Die Grünen Marl (vgl. die Grußworte auf der homepage „Abrahamsfest Marl“). Die Laudatio dokumentieren wir hier weiter unten.

Wir danken allen für die finanzielle und inhaltliche Förderung des 14.Abrahamsfestes:

Staatlich:             Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW

Religiös:               Bistum Münster, Ev. Kirche von Westfalen

Städtisch:            Kulturamt der Stadt Marl

Bundesweit:      Interkultureller Rat in Deutschland (Sitz: Darmstadt)

Weitere:             Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, GEW Marl/Dorsten/Haltern

                                Sparkasse Vest Recklinghausen

                                Volksbank Marl-Recklinghausen

Wir danken für die Sonderförderung durch den Kirchlichen Jugendplan der Ev. Kirche von Westfalen und für die Sonderförderung der Medien-Video-Kunstausstellung durch die Ev. Erwachsenenbildung Westfalen-Lippe und durch die Ev. Kirche von Westfalen im Rahmen der Reformationsdekade 2015.

Wir danken den ideellen Förderern wie DITIB Deutschland (Köln), Koordinierungsrat des Christlich-Islamischen Dialogs in Deutschland (KCID).

Wir danken den sehr vielen und unermüdlichen, einfallsreichen Akteuren, auch ganz im Stillen und schauen zufrieden zurück und erwartungsvoll voraus. Wir – das sind die am Ende Genannten.

Seit 2001 ist der Träger- und Veranstalterkreis in jedem Abrahamsfest gleich: es istdie Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl, in Zusammenarbeit mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat - Marl und der Stadt Marl. Wir danken den Verantwortlichen, Beteiligten und Mitgliedern in diesen Institutionen für Unterstützung, Treue und Wegbegleitung.

2.  Programm vom 15.Abrahamsfest:  Alle Veranstaltungen, Projekte und Netzwerke wurden wie geplant durchgeführt. Es kamen drei weitere Veranstaltungen hinzu; vieles wurde Ausgangspunkt für Weiteres, in Gestalt neuer Projekte, Netzwerke im 16.Abrahamsfest 2016. Jede Veranstaltung wurde von kleinen Verantwortlichen in Teams vorbereitet, realisiert und von allen anschließend reflektiert.

Schon immer strukturieren wir jedes Abrahamsfest zielgruppengerecht in sog. 4 „Abrahamswegen“: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alle Generationen.

1.       Mit Kindern:

                    Wechselseitige Besuche von Kindern aus Kirchen und Moscheen, in multikulturell wichtigen Stadtteilen Marls, begleitet von Erwachsenen als MultiplikatorInnen. Angeknüpft wurde, wie in Vorjahren, beim religiösen Unterricht der Moscheen und ev./kath. Kirchen. Das trägt bei zur Verbesserung des Zusammenlebens im Stadtteil.

2.       Mit Jugendlichen: schulische und außerschulische Angebote, in 7 Formaten

a)      „My Day“.DiesesFormat „My Day“ ist seit einigen Abrahamsfesten eingeführt als Kooperationsreihe mit Jugendlichen, Schulen und Jugendheimen; experimentell, aktiv entstehen hier Arbeiten in Auseinandersetzung mit der Gegenwart in all ihren Facetten. Das Abrahamsfest-Thema „Medien in digitalen Zeiten – Wissen und Gewissen“wurde konkretisiert in der Medien-Video-Kunst-Ausstellung „Bilder-Welten, Lebens-Räume“, die in der Rathaus-Galerie (d.h. im belebten Eingangsbereich vom Rathaus Marl) in Kooperation mit dem namhaften Skulpturenmuseum Glaskasten Marl als Teil des 15. Abrahamsfestes vom 24. 9 – 5. 11. 2016 gezeigt wurde. Die drei (jüngeren) Künstler aus Amsterdam (Anthony Nestel – jüdisch, David Jablonowski – christlich, Marwan Hamdanarabisch islamisch-christlich) waren am 18./19.Juni 2015 in Marl und besuchten die kooperierenden Jugendzentren „Kunterbuntes Chamäleon“ und Ernst-Reuter Haus (mit jüngeren Flüchtlingen), die Willy Brandt Gesamtschule und das Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium sowie das Hans Böckler Berufskolleg, um Jugendliche zu informieren und mit ihnen und Lehrkräften aus dem Kunst-, Religions- und Englisch-Unterricht  Verabredungen zu treffen; die 3 Künstler besuchten außerdem das Medienhaus Bauer (Marl), das durch die Presse auch die breite Öffentlichkeit neugierig machte. Zum Aufbau mit Vernissage am 24. Sept. lebten sie 3 Tage in Marl und waren bereits vertraut. In den kooperierenden Schulen und Jugendeinrichtungen wurde fortan – bis zur Finissage am 5. Nov. 2016 - in Hinsicht „Medien in digitalen Zeiten“ an jugendlichen Antworten auf die Künstler und ihre Medien-Video-Kunst gearbeitet; allein am 25.9. fanden sich tagsüber 400 Jugendliche/SchülerInnen in der Rathaus-Galerie in der Ausstellung ein. In zahlreichen Unterrichtsgängen setzte sich das fort. Auch der Medienpädagoge Leo Cresnar (Ev. Jugend on Westfalen, Haus Villigst) war mehrfach in Arbeitsgemeinschaften in Handy-Video-Kunst vor Ort. Bei der Finissage am 5.11. überreichten Jugendliche/junge Erwachsene vom Hans-Böckler-Berufskolleg einen Karton mit ihren mehr als 100 Englisch-sprachigen Antworten an die drei Künstler.

a 1) Spontan zusätzlich und ganz im Sinne des experimentell-aktiv-kreativen Anspruches von My Day kam es in den Herbst-Schulferien (am 12. – 14. Okt. nachmittags) im großen belebten Einkaufszentrum Marler STERN/Übergangsforum zur VHS „die insel“, vor dem „Weltzentrum Marl“ zu einer dreitägigen öffentlichen Kalligrafie-Werkstatt, wo  – zurückgreifend auf die Zeit vor der Digitalisierung -  Jugendliche (und einige Erwachsene) hebräische, alt-Christliche („Unziale“) und arabisch-islamische Schrift erlernten.

b)      Das mehrwöchige Erfahrungs- und das einmalige Theaterprojekt: Kreative Workshops zu Abrahamsgeschichten in 7 Schulen und 4 Kinder-/Jugendeinrichtungen. Von den zahlreichen Abrahamsgeschichten in Thora/Bibel und Koran wurden in eigener und freier Auswahl bestimmte Themen und Motive in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften in Schulen und Einrichtungen erörtert und dann für bühnenreife Kurz-Präsentationen mit allen möglichen „Künsten“ in Szene gebracht  und bei einer gemeinsamen Theatervorstellung im großen Theater Marls als „Abrahams-Revue“ unter dem Motto „Mensch! Abraham! Heute!“ aufgeführt: live, ohne Generalprobe! Für die mehr als 300 beteiligten Heranwachsenden sind es Persönlichkeits-prägende Erfahrungen und für Überwindung von Rassismus und Fundamentalismus. Auch junge Flüchtlinge wirkten in einigen AGs mit.

c)       Begreifen im „Abraham-Haus“: Judentum, Christentum, Islam – zum Anfassen: Kinder ab 7 Jahren aus einigen Grundschulen erarbeiteten erlebnispädagogisch jeweils 3 Stunden lang „kreativ mit Kopf und Hand“ Wesentliches und Vergleichbares aus Judentum, Christentum und Islam, im Sinne von „Lernen am andern Ort“. Einige erfahrene Personen aus unseren Veranstalter-Reihen – Juden, Christen und Muslime – unterrichten, so dass immer Menschen ihre eigene  Religion erklären. Nach jeweils 1 Unterrichtsstunde wechseln die Kinder, so dass sie im Laufe eines ganzen Trainings ein gemeinsames Thema (z.B. Hochzeit) in den drei Religionen kennenlernen. Dazu werden im gemeinsamen Auftakt und Schlussplenum Gemeinsames und Unterschiedliches altersgerecht vermittelt und am Ende fragen die Kinder und die begleitenden Lehrkäfte: „Können wir morgen wieder kommen?“.  Zusätzlich hat es im Berichtszeitraum weitere Trainings mit Studierenden und Berufskolleg-AGs sowie mit Erwachsenen aus verschiedenen Gemeinden und Religionen gegeben. – Auf unsere Initiative wurde das gesamte Projekt, sowie „equipment“ des Abrahamshauses von seinen „Erfindern“ (Jugendhaus KRETA in Krefeld) in 2014 erworben, vom Ev. Kirchenkreis Recklinghausen finanziert und bis auf weiteres in den Räumlichkeiten des Kolping-Hauses in Marl mietfrei untergebracht. Beiden sind wir sehr dankbar. – Die Regie und inhaltlich-methodische Vorbereitungen erfordern einige Zeit.

d)      Die Jahrgangsstufen 9 und 10 aus den beiden Gesamtschulen Marls (Martin Luther King - Schule und Willy Brandt Gesamtschule) besuchten die Synagoge in Recklinghausen am 10. Nov. 2015. Sie machten dabei erstmalig Erfahrungen mit dem jüdischen Leben heute. Denn für die meisten Jugendlichen war es ihre erste Begegnung mit dem Judentum und in einer Synagoge. Dieser in jedem Abrahamsfest fest verankerte Programmpunkt ist wichtig zur Überwindung von Antisemitismus/Antijudaismus, weil die Jugendlichen erkennen, dass Juden in unserer Stadt und Nachbarschaft ihren Glauben leben, dass also das Judentum nicht ein politisches Thema aus dem Nahen Osten ist. - Zur Sprache kommt immer auch die Shoah.

e)      Interkulturelle Trainings ehrenamtlicher Jugend-MitarbeiterInnen: Dabei wurden wieder die aktuellen „sozialen“ Medien, wie facebook, Twitter, Apps usw genutzt und medien-pädagogisch betrachtet und dabei bezogen auf aktuelle Fragen der Jugendlichen in ihren ehrenamtlichen Engagements. Jugendliche (und erwachsene Fachleute) kommen aus den drei Religionen. Die Trainings erfolgten in Absprache mit den Trägern der Jugendeinrichtungen, mit unterschiedlichem Zeitaufwand, auch als Wochenende.

f)       Jugendliche in ihrer Freizeit, am Wochenende:  Nachmittags um Fünf“ . Pro Monat einmal trafen sich  Jugendliche aus verschiedenen religiösen und sozialen Milieus – außerhalb der Schule -, und redeten anhand gemeinsam gesehener Filme auch über ihr Leben. Eine Kunst- und Religionslehrerin aus dem Kreis der Verantwortlichen dieses Abrahamsfestes wählt die Filme aus – im Gespräch mit Jugendlichen. Der Nachmittag ist jeweils verbunden mit einem Pizza-Essen. Dieses immer erfolgreichere Treffen (gelegentlich auch genannt „Junges Abrahamsfest“) fand freitags bzw sonntags um „Fünf Uhr“ in wechselnden Jugendeinrichtungen in jüdischer, kirchlicher, muslimischer oder AWO-Trägerschaft statt.

3.  Erwachsene im Gespräch: 8 Veranstaltungen:

a)  „Festlicher Auftakt des 15. Abrahamsfestes“ -  in der Synagoge in Recklinghausen, am Sonntag 20. Sept.2015, 17 – 20 Uhr. Dieser Auftaktfand zum wiederholten Mal in der Kreisstadt Recklinghausen statt: in der Synagoge für den ganzen Kreis Recklinghausen mit seinen 10 Städten. Die Besucher kommen also aus verschiedenen Städten und tragen dadurch den Ruf vom Abrahamsfest Marl in die Region. Im Programm waren drei Künstler: Faiq Alljev (Geige), Juri Zemski (Gesang) und Alexander Goldenberg (Klavier), jeder aus einer der drei Abrahamitischen Religionen. Ihr Programm spiegelte auch die Klangwelten, musikalischen Kopplungen  und Motive in dieser Breite. Der Auftakt hat seit 2015 immer zwei gleich wichtige Teile: dem interkulturellen musikalischen Programm folgt ein Tel der informellen Begegnung am koscheren Buffet. Die 200 Besucher genossen die Intensität dieses zweiteiligen Auftaktes.- Der Interkulturelle Rat in Deutschland (Darmstadt) war wieder Mitveranstalter. – Das Abrahamsfest Marl ist inzwischen in Recklinghausen eine „Marke“, weil wir im Herbst 2014 einen „Stolperstein“in der Steinstrasse im Zentrum von RE gesponsert haben. Auch beteiligt sich das „Abrahamsfest Marl“ jedes Jahr am ersten Sonntag im November auf dem jüdischen Friedhof am Gedenken der in der Nazi-Diktatur ermordeten Juden aus dem Kreis RE.

b) „Abraham – aus islamischer Sicht“: der namhafte islamische Theologe Prof. Dr. Mouhannad Khorchide (Münster/W.) konnte als Referent gewonnen werden. Im Publikum (130 Personen) im Gemeindehaus der Religionen an der Pauluskirche waren auch zahlreiche Studierende aus den Moscheegemeinden in Marl bei „ihrem“ Professor Khorchide am Zentrum für Islamische Theologie in Münster. Khorchide interpretierte Abraham/Ibrahim aus dem Koran und der islamischen Überlieferung, zugleich als ein wesentliches anregendes Beispiel für gläubige mutige Existenz heute.  Diese Kooperationsveranstaltung mit der VHS „die insel - Marl“ wird auch in Zukunft fortgesetzt. Turnusmäßig spricht in 2016 eine kundige Person aus dem Judentum (Frau Elvira Noa, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen und Mitglied im Direktorat des Zentralrates der Juden in Deutschland und des Kuratorium im Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland, Soest).  

c)  und e) Ausstellung und Finissage der Medien-Video-Kunstausstellung in der Rathaus-Galerie Marl, in Kooperation mit dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl , unterstützt von der Ev. Erwachsenenbildung Westfalen-Lippe sowie der Ev. Kirche von Westfalen: Reformatiosndekade 2015. Thema: „Bilder-Welten, Lebens-Räume – aktuell und interkulturell in Sicht auf das gemeinsame Kulturerbe Abraham“. Wie bereits oben bei a) skizziert, führte diese von insgesamt 1.000 Menschen besuchte Ausstellung auch die Generationen zusammen. Wir luden ein: Anthony Nestel (geboren in einer jüdischen Familie in Antwerpen, lebt in Rotterdam), David Jablonowski (geboren in einer christlichen Familie in Bochum, lebt in Amsterdam) und Marwan Hamdan (geboren in einer muslimisch-christlichen Familie in Beirut, wo er auch lebt).Deren Filme bzw Installation lief ununterbrochen während der Öffnungszeiten des Rathauses. Anthony Nestel war vertreten mit  dem 14-minutigen Dokumentarfilm „The Holy Land of Ganda“, über eine jüdische afrikanische Gemeinde im ostafrikanischen Uganda; das war 1905 anstelle von Palästina im Gespräch als jüdische Heimstatt „Israel“. Marvan Hamdan hatte den 14-minutigen Kurzfilm „Separation Anxiety“ über das Leben im spannungsreichen Beirut, eine filmische Montage aus Familien-, Religions- und Weltgeschichte. David Jablonowski zeigte die Installation „Big Data“ über Technologie und das Geschäft mit den Daten von Menschen, zur Zeit der Geburt Jesu (anlässlich der Volkszählung des Römischen Kaisers Augustus), beim Volkszählungsboykott im Fußballstadion von Borussia Dortmund, 1987,  und heute bei der wirtschaftlich orientierten „automatischen“ Datenauswertung der Nutzerprofile im Internet. David Jablonowski war Kurator dieser Ausstellung und ist ein „Name“ in Medien-Video-Kunstkreisen. Wir hatten diese Kunstausstellung mehr als ein Jahr lang sorgfältig vorbereitet, mit dem Ziel, dass „normale“ Bevölkerung, zumal Jugend, sich mit zeitgenössischer  Kunst auseinander setze. Zur Finissage waren Anthony Nestel und David Jablonowski wieder anwesend. – Beim kommenden 16. Abrahamsfest planen wir eine Fortsetzung mit dem international renommierten Skulpturenmuseum Glaskasten Marl.

d) Besuch im Chemiepark Marl am FR 13. Nov. 2015 nachmittags: Weil einer aus dem Kreis der Verantwortlichen des 15. Abrahamsfestes als standortverantwortlicher Ingenieur  im Chemiebetrieb „Synthomer“ arbeitet, bekamen wir eine sehr eingehende Führung mit dem Werksleiter Dr. Jens Wieboldt und mit unserm Verbindungsmann Dipl.Ing. Muhammet Catmak. Es ging um die digital basierte Produktion, die Steuerung der Abläufe am Bildschirm und die weltweite Kommunikation mit digitalen Medien – und die Frage: „Wo bleibt der Mensch?“. Dieser Werksbesuch hatte zur Folge, dass diese Kooperation mit dem Chemiepark in Marl auch im nächsten 16. Abrahamsfest fortgesetzt wird.

d 1) Zusätzlich: Gesprächsabend „Perspektivenwechsel mit Medien – Neue Sichtweisen zu Flüchtlingen und Flucht“. Diese Kooperation mit dem Grimme-Institut aus dem Vorjahr fand am MI 25. Nov. 2015 wieder eine sehr starke Resonanz, auch Flüchtlinge waren dabei und kamen zu Worte. Es referierten Uwe Lothar Müller von „ARTE“ („Refugees – 4 Monate, 4 Camps“), Schiwa Schlei vom Funkhaus Europa („Refugee Radio“), Dr. Frauke Gerlach (Leiterin des Grimme-Instituts), Peter Geburek (stellv. Chefredakteur Medienhaus Bauer, Marl), Nadia Hellmons (ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuerin in Marl), Florian Soßna (Jugend-in-Marl und Student), Aycha Riffi (Grimme-Institut). – Beim 16. Abrahamsfest im Herbst 2016 geht es mit und in dem Grimme-Institut weiter mit dem Arbeitsthema „Fluchtursachen wie Kriege und Klimawandel  - die Rolle der Medien“.

d 2) und d 3) Außerdem ergaben sich zwei weitere Kooperationen mit dem Theater der Stadt Marl (und dem Kultursekretariat NRW Gütersloh): MO 19. Okt. 2015 vormittags das Schauspiel „Der Junge mit dem Koffer“ vom Schnawwl-Theater Mannheim – stark besucht von jungen Erwachsenen der Sekundarstufe II.

Und (d 3)  am DI 10. Nov abends: „Schmerzliche Heimat“, WLT Westfälisches Landestheater Castrop-Rauxel, mit Nachgespräch mit Regisseur und Schauspielern. Zum Thema NSU-Morde.

4.  Alle Generationen gemeinsam: 2 Veranstaltungen und 1 Projekt:

              a) „Familien-Nachmittag“ in der Fatih-Moschee: Neben dem offiziellen Auftakt in der Synagoge mit Erwachsenen (s. o 3a) gibt es immer auch einen weiteren Start des Abrahamsfestes mit allen Generationen „vor Ort“. Der „Familien-Nachmittag: Am SO, 27.Sept. 2015 von 15 – 17Uhr,trafen sich Angehörige aller Generationen, Religionen und sozialen Milieus bei Kuchen und Erfrischungen, zu Gesprächen nach Kurzfilmen, adressiert an junge Menschen, (ausgewählt vom Marler Filmexperten Pfr. Thomas Damm, Filmbeauftragter der Ev. Kirche von Westfalen) und zum Erleben der Musik von der Musik-Profil-Klasse der Martin Luther King Schule und ihrem Lehrer Axel Kungel. Es waren aufmerksame Kinder und  Jugendliche mit Erwachsenen. In der Pause lockte das Buffet.

b) Gastmahl des Abrahamsfestes im Rathaus am DI 15. Dez. 2015 von 18 – 21 Uhr als offizieller Abschluss des 15. Abrahamsfestes. Es ist eine inzwischen „legendäre“ Veranstaltung, wo Jahr für Jahr immer mehr Menschen dabei sind. Aus Synagoge, Christentum, Islam Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Bürgermeister als Hausherr mit seinem Grußwort „Wir schaffen das“. Die gemeinsame Symbolaktion am Beginn: die große Reihe der„VIPs = Prominenten“ mit ihren Amts-Insignien an der langen Frontseite im Saal (geschmückt mit den bunten, von Jugendlichen  handgedruckten Tüchern aus mehreren Begegnungsfesten zum Anti-Rassismustag,  mit ihren Farben und Botschaften). Vor dieser VIP-Reihe zündet ein Kind aus einer Einwanderer-Familie die große, alle verbindende Kerze an. Es gab dann kulturelle Darbietungen von Kindern mit Pantomime-Tänzen  und dem Erwachsenenchor der Jüdischen Kultusgemeinde, das Tanztheater „AkzepTanz“ (unter Leitung von tanzmoto Essen) auch mit Flüchtlingen zum Thema „Grenzerfahrungen“, mit den Ilahi-Sängern um Gebrüder Aweimer aus Bochum und ihren instrumental begleiteten Gesängen auf arabisch, türkisch und deutsch (im Publikum wurde mitgesungen und geklatscht) und mit eindrücklichen Kurz-Auftritten von Kindern mit Tanz und Liedern von „Friedensweg e.V.“, „Raduga e.V.“ und dem „intercent“. Als Ausklang der gemeinsame Gesang „Wir wünschen Frieden uns/euch allen!“, bewegend inbrünstig  von den 450 Anwesenden, ein Drittel Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und vom Balkan. Frauen einer Moschee bereiteten wieder das Buffet vor und improvisierten mit Hilfe einer arabisch-stämmigen Pizzeria, damit alle satt wurden. Es blieb nichts übrig. Der Rathaus-Saal und die angrenzenden Räume reichten knapp! (Wir Verantwortlichen erinnerten uns, was als Schirmherr vom 13. Abrahamsfest Minister Guntram Schneider in seinem Grußwort gesagt hatte, „Integration hat nicht nur mit Identität zu tun, sondern – und das wird oft vergessen – mit „Gefühlen“!)

c) Jüngere fragen Ältere/Ältere erzählen aus ihrer Migrationsgeschichte. FR 4. Dez. 2015, 18 – 20 Uhr in der Fatih-Moschee. 100 Personen aus allen Generationen nahmen teil. Schon beim 14. Abrahamsfest in 2014 war dieses neue Projekt begonnen. In der Regie der Fatih-Moschee fragen Jüngere, erzählen Ältere: Wo sie geboren sind. Wie und wann sie ihre türkische Heimat verlassen haben. Wann und wie sie nach Marl ins nördliche Ruhrgebiet gekommen sind. Wie es ihren Familien und Nachkommen geht. Was sie in ihrer muslimischen Gemeinde, in ihrer Moschee erlebt haben. Was sie als Lebensbilanz für wichtig halten  und Jüngeren raten. Diese Interviews durch Jüngere sind filmisch dokumentiert und bearbeitet. Drei kürzere Filme mit  Interviews mit Emin Cilbas, Bekir Emlikli und Emine Simsir kamen zur Aufführung. Emin Cilbas berichtete von den ersten Schritten, die schließlich zum Bau der Fatih-Moschee führten (Es war zusammen mit der Moschee in Pforzheim der erste Moscheeneubau in Deutschland.) Er berichtete auch von den Beratungen anlässlich der 3. Christlich-Islamischen Woche der Christlich-Islamischen Gesellschaft CIG e.V.in Marl 1986. Cilbas: "Wir lernten dabei: Muslime und Christen sind verwandt wie Brüder. Islam und Christentum sind verbrüderte Religionen. " Sein Rat an die Jüngeren heute: "Bildet Euch! Bildet Euch! Bildet Euch!". Bekir Emlikli erzählte (wie auch Emin Cilbas) von seiner Kindheit und Jugend in der Schwarzmeerregion und den Jahren im Bergbau im Ruhrgebiet, schließlich in Marl. Hier leben seine Angehörigen und Nachkommen, bis hin zu seiner Enkelin Ilknur Emlikli, die zusammen mit Meltem Catmak diese Veranstaltung leitete und zum Kreis der Verantwortlichen des 15. Abrahamsfestes gehört. Sein Rat an die Jüngeren: "Die Eltern lieben und  achten - und Gott auch". Emine Simsir kam zusammen mit ihren beiden Söhnen Ali und Hakan - beide tätig in der Chemieindustrie in Marl (Ali Simsir ist freigestellter Betriebsrat im Chemiepark bei Infracor Marl). Sie erzählte von ihrem Wunsch, in jungen Jahren in der Türkei Hebamme oder Lehrerin zu werden. Wie sie von Ordu nach Marl kam und worüber ihre Tochter Saduman Tanriverdi bewegende Texte geschrieben hat. Ihr Rat an die Jüngeren: "Andere Menschen und auch andere Überzeugungen und Religionen lieben, keine Trennungen zwischen Menschen zulassen. Und die Natur lieben". Die drei Film-Interviews wurden per Beamer eingespielt. Emine Simsir war auch persönlich anwesend und stellte sich den Fragen aus dem Publikum. Spontan setzte sich Mehmet Kücük (früherer Vorsitzender der Fatih-Moschee) ans Podium und ließ sich auch interviewen und filmen. Weitere Interviews wurden an diesem Abend verabredet. In den nächsten Jahren, im 16. Abrahamsfest 2016  wird als weitere Marler Moschee die Yunus Emre Moschee mit "Jüngere fragen/Ältere erzählen" verantwortlich sein. - Auch die Schließung des Marler Bergwerks Auguste Victoria Ende Dezember 2015 kam zur Sprache.

 

3.       Hinweise

Hinweis 1:  Solch ein Abrahamsfest „fällt nicht vom Himmel!“ sondern ist das Ergebnis von  Arbeit und Zusammenarbeit in Jahren und Jahrzehnten, als Gemeinwesenarbeit – interkulturell/ interreligiös. Seit 1984 gibt es in Marl Praxis im Dialog und Trialog. 1984 gründeten wir die CIAG Marl = die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl.  Seitdem bewegen sich immer mehr Menschen: ununterbrochen, mit langem Atem und eigener Freude, als eine Bürgerinitiative für Gemeinwesenarbeit – interkulturell und interreligiös. Übrigens wurden Frauen aus Moscheen und Kirchen  schon 1978/79 am/im Gemeindehaus der Pauluskirche  aktiv bei Sprachkursen und Kinderbetreuung, um ihre Alltagsfragen zu regeln. - Unsere interkulturelle und interreligiöse Gemeinwesenarbeit verdankt sich auch dem „Atom-pazifistisch“ eingestellten damaligen Bürgermeister Günter Eckerland (ein evangelischer Sozialdemokrat und ehemaliger Bergmann mit eigener Kriegs- und Fluchterfahrung), der in  fremdenfeindlichen Stimmungen hier am Ort Anfang der 1980er Jahre ausdrücklich auch die christlichen und muslimischen Religionsvertreter mit zum Runden Tisch einlud und  ermunterte, anders als z.B. die AWO mit den eigenen „religiösen Schätzen zu wuchern“ – einschließlich der davon inspirierten Menschen. Das war der Start der CIAG Marl. Wir bemühen erfolgreich von Anfang an,  zwei Fehler zu vermeiden: den Fehler, Religion zu ignorieren oder auszugrenzen – und den Fehler, Religion oder bestimmte religiöse Standpunkte zu verabsolutieren. Wir entwickelten kontinuierlich (a) Begegnungen zwischen religiösen Gemeinden und ihren Mitgliedern, (b) Interkulturelles Lernen und Zusammenarbeit in den Schulen und (c) Öffentlichkeitswirksame große Veranstaltungen und Feste (z.B. das Abrahamsfest seit 2001).

Als solch eine Bürgerinitiative hatten wir beim 1.Abrahamsfest Marl in 2001 bereits einige Erfahrungen. Wir setzten immer die guten vertrauensvollen Verbindungen und Kooperationen mit den muslimischen Nachbarn und ihren Gemeinden und Vereinen fort und erweiterten seit 2001 gleichzeitig unser Denken und Wirken auf das Dreieck – Juden, Christen und Muslime. Hierbei konnten wir zurückgreifen auf Vertrauen, das schon in den Jahren zwischen 1988 und 1995 bei dem mehrjährigen Projekt gewachsen war: „Musik der Juden, Christen und Muslime – auf der Suche nach gemeinsamen Wurzeln“.

Seit Beginn sind wir  keine Einrichtung (z.B. Kommission o.ä.) von Institutionen,  sondern eine Bürgerinitiative von (vernetzten) Einzelnen, die von der Sache überzeugt sind, diese Sache „überall“ vertreten und in diesem Sinne in freiwilliger Übereinkunft solidarisch ehrenamtlich  zusammen-arbeiten. Es gibt immer wieder Gespräche mit den Gremien der religiösen, politischen u.a. Gemeinden zur Rückkopplung, Abstimmung und verabredeter Zusammenarbeit. Erwähnt sei: Als CIAG/Projekt Abrahamsfest haben wir weder eine Satzung (mit e.V.- Regularien), noch ein Vereins-Büro. Zu Anfang eines jeden Jahres haben wir Ideen, Pläne aber noch kein Budget. Aber wir haben die Unterstützung vieler Kooperationspartner und Förderer, wie oben benannt.

In Konflikten (z.B. religiöse Speisevorschriften und Schulunterricht, Azan-Ruf, Gebetsräume in Krankenhäusern, last not least Neubau von Moscheen) bemüht sich die CIAG um Interessenausgleich, möglichst um Deeskalation. Wir setzen auf „positives“ Wirken durch „positive“ Botschaften im Interesse der Entwicklung eines gemeinsamen, offenen, kooperations-freundlichen Bewusstseins in der Bevölkerung, auch bei Entscheidungsträgerlnnen.  „Abraham“ wirkt dabei günstig; denn Abraham ist – wie es gelegentlich heißt - eine „irgendwie mythische Figur und daher einladend statt polarisierend“, also hilfreich für eigene Inspiration. Er weckt vielfältig Neugier, weckt auch die Phantasie und spricht seelische Tiefenschichten menschlicher Existenz an, ist im kollektiven Bewußtsein verankert.

Dem derzeit zwanzigköpfigen SprecherInnenkreis der CIAG/Verantwortliche für das Abrahamsfest gehören Frauen und Männer aller Altersstufen an; wir sind vielfältig in Religionen, Frömmigkeitsstilen  und Weltanschauungen. Wir sind miteinander vertrauensvoll verbunden und wir sind vernetzt mit allen wichtigen Stellen in Marl (s.u. die Liste der Verantwortlichen) . Immer regeln wir die anstehenden Themen – einschließlich das Abrahamsfest. Der Sprecherinnenkreis tagt regelmäßig monatlich öffentlich. Dazwischen trifft sich eine kleinere Steuerungsgruppe.

Derzeitige Projekte  – außer dem Abrahamsfest:

          Jährliches Begegnungsfest zum  Antirassismustag der UNO (21.März), mit allen Marler Schulen – initiiert von der CIAG und inzwischen in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Marl, der CIAG und der dafür federführenden Martin Luther King (Gesamt-)Schule, bei Mitwirkung aller Schulen Marls. Es ist ein schulübergreifender Projekttag  mit ca. 50 ehrenamtlich und beruflich tätigen Personen als Teamerinnen, mit ca. 350 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 6.

          Zwei Frauengruppen mit alltagspraktischen, interreligiösen und gesellschaftspolitischen Themen.

          Das Jugendkulturzentrum „Kunterbuntes Chamäleon“, ein interkulturelles Schul-‚ Jugend- und Stadtteil-Projekt an der bereits genannten Martin Luther King (Gesamt-)Schule. Ein Kooperationsprojekt der CIAG, dieser Gesamtschule, Jugendamt der Stadt, in der Trägerschaft der Ev. SchülerInnenarbeit Westfalen in Hagen-Berchum.

          Beratung und Mitwirkung in den 3 bzw. 4 Stadtteilkonferenzen in Marl.

·         Das „Abrahams-Haus“: „Judentum, Christentum, Islam – zum Anfassen“ , 3-stündige Trainings mit Kindern, Jugend, Erwachsenen nach Vereinbarung. (in Trägerschaft/ Kooperation mit Ev. Kirchen-kreis RE), auch Teil vom Abrahamsfest Marl (s.u.)

·         Flüchtlinge beraten und begleiten: hier sind die Verantwortlichen der CIAG tätig dabei.

·         Beratend und referierend oft unterwegs zu Themen unserer Erfahrungen und Vorstellungen: z.B. am 24. 2. 2015 in der Ev. Akademie Recklinghausen „Abraham/Abrahamsfest“ mit Isaak Tourgman (Vorbeter/Kantor Jüdische Kultusgemeinde Kreis RE), Hartmut Dreier (ev. Pfr. i.R.), Muhammet Catmak (Dipl.-Ing Chemiepark Marl, Vorstand Fatih-Moschee Marl). Oder: am 7.Mai 2016 bei “Weite Wirkt” Halle/Westfalen mit Info-Stand usw.

4.       Resümee:

Abraham ist nicht eine fremde, „merkwürdige“ und von uns getrennte Gestalt aus einer fernen Vorzeit, sondern er ist „immer wieder erstanden“, lebt und wirkt als verbindende Brücke. Abraham (und seine Familie) stehen als Protagonisten im Zentrum spannender und großartiger Erzählungen in den drei Heiligen Schriften - Thora, Bibel und Koran. Sie gehören als große Erzählungen, als „Narrative“, zum Weltkulturerbe. Wenn man sensibel, offen, erfinderisch, experimentierfreudig, „nicht dogmatisch“ damit umgeht, ist Abraham/sind die Abrahamsgeschichten wie ein Projektions-Transparent zur Erörterung moderner existenzieller Fragen im Leben/im Zusammenleben,  zur Menschenbildung. Der innere Zusammenhalt zwischen Menschen und Gruppen in der wirtschaftlichen Strukturkrise braucht ein besonderes Engagement - mit Visionen. Solch ein Abrahamsfest Marl schafft notwendige Lebensbildung und ist ein öffentliches Ereignis des gesellschaftlichen Friedens, ein wichtiger Lern- und Erfahrungsort, ein bewährter Kommunikations- und Kooperationsprozess  in dieser Stadt und Region, die durch die wirtschaftliche Strukturkrise des (nördlichen) Ruhrgebiets im inneren Zusammenhalt bedroht ist, was Stoff liefern könnte für Sündenböcke, offenen Rassismus, Chauvinismus und Islamfeindschaft wie auch Antijudaismus, für fundamentalistisch wirkende Abschottung gegen Fremdes aller Art. Ehrenamtlichkeit ist das Markenzeichen vom Abrahamsfest. Als Abrahamsfest-Aktive haben wir eine eigene Art von „Ehrenamts-Freiwilligkeits-Power-Professionalität“ erreicht und sind aus dem Leben hier nicht mehr weg zu denken. Das 15. Abrahamsfest trägt bei zu „Begegnungen in Marl“, zu „Frieden in der Stadt“ und zur „Stadt ohne Rassismus“ (wie wir es seit 2001 auf unseren Einladungen schreiben und dabei entsprechende Rats-Beschlüsse des Marler Stadtrates mit Leben erfüllen möchten). – Um der Klarheit willen sei auch festgestellt: Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Zeiten der großen aktuellen Krisen – in der Region und in der (auch medial vermittelten) Welt – braucht von ihren „Visionen“ überzeugte Ehrenamtliche und ebenso Professionalität und Strukturen! D.h. auch die städtischen, die sozial-staatlichen Strukturen und Wohlfahrtsverbände für Migration, Flüchtlinge und Integration, für Bildung und Soziales sind unverzichtbar und die hier engagierten, auf Dauer angestellten Fachleute in der Kommune und den Wohlfahrtsverbänden brauchen dringend Rückenwind und Verstärkung!

Wir freuen uns über Anerkennung: im Berichtsjahr „Johannes  XXIII- Preis“ von Pax Christi , 31.5.2015 inMünster. Frühere Ehrungen: 1994:“Goldener Hammer“, 1997: „Sukran-Plakette“, 2007: „Bremer Friedenspreis“, 2009: „Tschelebi-Friedenspreis“. – Bei der Verleihung des Johannes XXIII.-Preises 2015 sagte die Laudatorin Veronika Hüning:

 Verehrte Anwesende, liebe Friedensfreundinnen und Freunde!
Die Bilder haben mich erschreckt: Zehntausende Demonstranten in Dresden, die sich als Patrioten verstehen und als Retter des Abendlandes inszenieren und die vor einer Islamisierung Deutschlands warnen, als wäre die Zuwanderung von Menschen muslimischen Glaubens eine gefährliche Epidemie. Und nicht nur in Dresden – in mehreren anderen Städten, auch in Westdeutschland, sind islamfeindliche Parolen zu hören. Und nicht nur Rechtsradikale folgen den Bannern und Sprüchen.

Und diese Nachrichten haben mich ebenfalls erschreckt: Jüdische Gemeinden in Deutschland wenden sich an die Medien und bringen ihre Sorge über den zunehmenden Antisemitismus zum Ausdruck. Manche fühlen sich nicht mehr sicher und warnen ihre Glaubensbrüder davor, sich mit der Kippa in der Öffentlichkeit zu zeigen, aus Angst vor Übergriffen. Manche denken an Auswanderung.

Besonders erschreckend: Bei aller Hilfe, die manche christlichen Gemeinden Flüchtlingen bieten – Fremdenfeindlichkeit, rechte Gesinnung  und Antisemitismus reichen bis in die Mitte unserer Kirchen hinein.  

Genau in dieser Situation haben wir uns für den dritten Träger unseres Johannes-XXIII.-Preises entschieden. Wir, das ist die ökumenisch ausgerichtete katholische  Friedensbewegung pax christi im Bistum Münster. Wir haben uns entschieden, den Preis für Gerechtigkeit und Frieden vor Ort, in Deutschland und in unserer zerrissenen Welt der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG) Marl und der Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen/Marl als Träger des alljährlichen Abrahamsweges zu verleihen. Mit diesem Preis wollen wir Sie ehren, die Sie eine Gegenmacht zu Ausgrenzung und gesellschaftlichem Unfrieden gebildet haben. Sie haben den Preis wahrlich verdient, denn Sie leisten seit vielen Jahren einen eindrucksvollen Beitrag zu dem, wozu das Zweite Vatikanische Konzil aufgerufen hat: die Würde jedes Menschen unabhängig von seiner Herkunft und Religion zu achten, die Verbundenheit untereinander zu fördern und Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben zu übernehmen.

Genau dies tun Sie als Christen, Moslems und Juden, die Sie in Marl kontinuierlich zusammenarbeiten und Jahr für Jahr den Abrahamsweg mit seinem reichen Rahmenprogramm gestalten.

Besonders hervorheben möchte ich:

Ø  das große Durchhaltevermögen seit den Anfängen der CIAG 1984, das ohne Idealismus und ohne Leidenschaft für die gemeinsamen Ziele sicherlich nicht möglich wäre;

Ø  die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Aktiven der CIAG und der Jüdischen Kultusgemeinde, aus der seit 2001 die Abrahamswege und Abrahamsfeste erwachsen sind;

Ø  den Ideenreichtum und die Kraft, mit der seitdem ein Netzwerk gebildet wurde, das ständig gewachsen ist und immer mehr Kooperationspartner an sich zu binden wusste;

Ø  die Fähigkeit, eine sehr bunte Gemeinschaft mit unterschiedlichen Traditionen, Überzeugungen und Vorstellungen zusammenzuhalten und Vertrauen, Verständnis und Solidarität untereinander zu stärken, durch alle Schwierigkeiten und Spannungen hindurch;

Ø  die klare Ausrichtung am Gemeinwohl, wie sie in der Selbstaussage zum Ausdruck kommt: „Wir betreiben keine Schau nach innen, sondern suchen das Beste der Stadt“; d.h.: Begegnung ohne Tabus, Frieden für alle, eine Stadt ohne Rassismus. Umstrittene Themen wurden dabei nicht ausgeklammert, z.B. Moscheebau und Muezzinrufe.

Als 2010 das zehnte Abrahamsfest in Marl gefeiert wurde, hieß es im Informationsblatt: „In Marl erleben wir ein recht friedliches Klima. (…) Das friedliche Klima ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis von Arbeit und Zusammenarbeit.“ Das ist heute angesichts der gesellschaftlichen Spaltungen und Abwehrhaltungen, der Feindbilder und Klimavergiftungen besonders wichtig.
Drei Ziele haben sich die Träger der Abrahamswege auf die Fahne geschrieben: menschliche Bildung, Vielfalt der Kulturen, weltzugewandte Religionen. Was das konkret bedeutet, können die Preisträger am besten selbst beschreiben. Sie werden gleich in drei Interviews von ihren Projekten und Erfahrungen erzählen.

Nicht umsonst heißt das jährliche Highlight der Arbeit von CIAG, jüdischer Gemeinde und ihrer Kooperationspartner „Abrahamsfest“. Abraham ist die gemeinsame Identifikationsfigur, eine Art Brücken-Person. In den Heiligen Schriften aller drei monotheistischen Religionen, in der Thora, in der Bibel und im Koran, spielt Abraham oder Ibrahim eine wichtige Rolle. Er, der „Freund Gottes“, hat Gott als den Einen erkannt und Kritik geübt, wenn Menschliches wie Gott angebetet wurde. Das ist auch in unserer Gegenwart wichtig, denn die Gefahr des Götzendienstes ist nicht gebannt. Ist es nicht Götzendienst, wenn das Geld und der Markt Heilsversprechen einlösen sollen? Ist es nicht Götzendienst, wenn die politischen und wirtschaftlichen Strukturen als alternativlos und allmächtig angesehen werden und quasi Unterwerfung unter ihre Gesetze verlangt wird, koste es, was es wolle? Ist es nicht Götzendienst, wenn Menschen meinen, mit militärischer Gewalt eine heilige Herrschaft errichten zu dürfen und zu können? Nur alle Religionen gemeinsam können dagegen Widerstand leisten und der Göttlichkeit Gottes und der Menschlichkeit aller Menschen zur Achtung verhelfen.   

Dies geschieht in vielen kleinen Schritten und vielen konkreten Projekten in Marl. Für eben diese Arbeit gebührt Ihnen, der CIAG und der Jüdischen Kultusgemeinde, der Johannes-XXIII.-Preis. Sie leisten als ehrenamtlich Engagierte einen unverzichtbaren Dienst für eine friedliche Stadtgemeinschaft und Sie zeigen in der kontinuierlichen Zusammenarbeit und in den vielfältigen einzelnen Begegnungen eine Dialogbereitschaft und Menschenfreundlichkeit, die Papst Johannes XXIII. selber geübt hat und die ihn sicherlich heute von Herzen erfreuen würde. Wir sind dankbar, dass auch die Muslime und die Juden unter Ihnen den Preis angenommen haben, der den Namen eines katholischen Papstes trägt. Dass Johannes XXIII. in Istanbul 1934-1944 zur Rettung von Juden beitrug und zum Gespräch mit dem Islam auf Augenhöhe bereit war, hat sicherlich zu dieser Akzeptanz beigetragen. Sein Eintreten für die Würde aller Menschen und seine interreligiöse Offenheit haben in Ihrem Wirken, liebe Preisträger, gute Nachahmer gefunden.

Und so möchten wir nun den Preis überreichen… Ganz im Sinne des Trialogs soll der Preis allen beteiligten Gruppen gehören und möge mal an dem einen, mal an dem anderen Treffpunkt präsent sein.

Wann steht Marl schon mal im Spiegel? In jedem Sachbericht zitieren wir ihn: DER SPIEGEL Nr. 52, 20.12.2008 mit dem Thema „Abraham. Christen, Juden, Muslime: Wem gehört der Urvater der Religionen?“ auf S.108: „…Überall auf der Welt entstehen Initiativen, die dem ´Kampf der Kulturen` einen ´Dialog der Religionen` entgegensetzen, im Namen Abrahams als gemeinsamem Vater von Juden, Christen und Muslimen. Die versöhnliche Botschaft geht von der spanischen Metropole Madrid ebenso aus wie vom Ruhrgebietsstädtchen Marl. Bereits zum achten Mal feierten die Bürger an der Lippe in diesem Herbst ihr großes ´Abrahamsfest`. ´Mindestens drei Dutzend weitere Friedensfestivals`, glaubt der Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Gesellschaft, Thomas Lemmen, werden allein in Deutschland jährlich im Namen des Patriarchen gefeiert…“

Wir schließen mit dankbaren Grüßen! Die Verantwortlichen 2015/16:  Die Sprecherinnen der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl (CIAG Marl)/die Projektgruppe 15. Abrahamsfest Marl: Kontaktperson und Sprecher der u.g. genannten Verantwortlichen:  Jens Flachmeier , Römerstr. 57-61, 45772 Marl. Tel. 02365 – 80 90 568 bzw: 0151 174 668 85

Hidayet Bekmezci (ehemal. Bergmann und Betriebsrat Bergwerk Auguste Victoria, ehem. Vors. Fatih-Moschee), Metin Boybeyi (Sozialarbeiter, AWO Integrationsagentur Ernst Reuter Haus), Muhammet Catmak (Dipl. Ing., leitender technischer Angestellter „Synthomer“ Chemiepark Marl, Vorstand Fatih-Moschee), Ahmet Cinal (Vorsitzender Fatih-Moschee), Nabil Darwich (Vors. El Khodr Moschee), Semih Deniz (Lehrer, Verbindungsperson Hauptschulen), Hakki Dinckal (Techniker, Fatih-Moschee, Ebru Leseclub),  Hartmut Dreier (ev. Pfr. i. R.),  Jens Flachmeier (Sozialarbeiter, Flüchtlingsreferent des Diakonischen Werkes im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen, Integrationsagentur Diakonie/Land NRW, Kontakt u. Sprecher: s.o. ), Ilknur Emlikli (Studentin, Fatih-Moschee), Melih Fidan (Student Fatih-Moschee), Christian Grube (Sozialpädagoge, Leiter vom Jugendkulturzentrum „Kunterbuntes Chamäleon“ der Ev. SchülerInnen-Arbeit Westfalen), Nazife Güner (Frauenbeauftragte, Kuba-Moschee), Christa Heinen (Ev. Stadt-Kirchengemeinde Marl, Weltzentrum Marl ), Özlem Isik (Schülerin, Teamerin „Kunterbuntes Chamäleon“ und Ernst Reuter Haus), Hannelore Kintzel (Lektorin, Pfarrei St. Georg), Hasibe Koc (Vorstand Yunus Emre Moschee, Frauenbeauftragte), Mariola Koczaronek (Sozialarbeiterin, AWO Jugendmigrationsdienst, „intercent“ Marl), Andrej Kuschohowski (Fotokünstler, Deutsch-Russisches Kulturzentrum „Raduga“), Mona Lihedheb (Friedensweg e.V., Integrationshelferin Stadt Marl), Katharina Novitszka (Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen), Beatrix Ries (Lehrerin, Verbindungsperson Weiterführende Schulen, St. Josef- Marl, Stadtjugendring), Adnan Saglik (Integrationsrat), Intisar Saif (Vorsitzende Friedensweg e.V., Geschäftsführerin im Integrationsrat Marl), Ali-Osman Sen (Industriemeister Chemie, Vorstand Kuba-Moschee), Celalettin Tabak (Bergmann, Vorstand Fatih-Moschee),  Günter Tewes (Pastoralreferent St. Josef - Marl, Beauftragter für christlich-islamische Begegnung Dekanat Marl), Mehmet Ucak (Vorsitzender Yunus Emre Moschee), Lilia Vischnevezska (intercent, Deutsch-Russisches Kulturzentrum „Raduga“, Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen), Roland Wanke (ev. Pfr., Beauftragter für Interreligiösen Dialog im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen), Bernhard Weinmann (Lehrer Chemie und kath. Religion, Martin Luther King Schule Marl), Vladislav Zaslavskij (Student, Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen). - Begleitend: Ursula Wünstel (Marl, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen), Dr. med Hans-Ulrich Foertsch (Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Vest Recklinghausen, Sitz: Marl). - Beratend: Jennifer Radscheid, (Integrationsbeauftragte der Stadt Marl)             Gez. Hartmut Dreier

Lesefrucht: „großer gott:/ uns näher/als haut/oder halsschlagader/kleiner/ als herzmuskel/ zwerchfell oft: -/ zu nahe/ zu klein - /wozu dich suchen?   Wir:/deine verstecke“ (Kurt Marti)

 


 

Perspektivenwechsel: Dr. Frauke Gerlach (Grimme-Institut, v.l.), Schiwa Schlei (Funkhaus Europa), Nadia Hellmons (ehrenamtliche Flüchtlingshelferin),
Aycha Riffi (Grimme-Akademie), Uwe Lothar Müller (arte) und Peter Geburek (stellv. Chefredakteur Medienhaus Bauer) diskutierten über neue Sichtweisen
auf Flucht und Flüchtlinge, über den verrohenden Ton in der öffentlichen Debatte. —FOTO: RALF DEINL/Medienhaus Bauer

 

Abrahamsfest und die Medien: Neue Sichtweisen zu Flüchtlingen und Fluch

MARL. (tf) Der Perspektivwechsel zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend – wie auch nicht, wo es doch schon im Titel
um „Neue Sichtweisen zu Flüchtlingen und Flucht“ geht. Kommen „nur“ Hunderttausende Entrechteter zu uns – oder doch eine Million?
Schwemme, Flut, Krise… Das sind nicht die Begriffe der Gäste im Marler Grimme-Institut.

 

Nicht Zahlen, nicht die Herausforderung für die Gesellschaft stehen an diesem Abend des Abrahamsfestes im Mittelpunkt. Es geht um den
Blick auf den einzelnen Menschen, seine Geschichte, die Darstellung in Medien. Aycha Riffi von der Grimme-Akademie ist mit Institutsleiterin
Dr. Frauke Gerlach Gastgeberin am Eduard-Weitsch-Weg. 80 Bürger sind gekommen, um mit Medien-Profis und anderen Gästen über Perspek-tivenwechsel zu reden. Einer von ihnen ist der Marler Student Florian Soßna (kl. Foto). Er hat noch im vergangenen Jahr als Gymnasiast am
Marler ASGSG mit Mitschülern die Perspektive gewechselt. Einen „Fluchtrucksack“ zu packen, war ihre Aufgabe.

 

 

Spektakuläres Reportage-Projekt

„Da hat man gesehen: Was müsste eigentlich alles mit und was passt rein?“ Soßna hat den Blickwinkel-Wechsel erprobt, andere tun das
nicht. „Wenn man Flagge zeigt, zum Beispiel auf Facebook, wird man öfter angegriffen. Ich finde das traurig.“ Ein anderer Gast ist arte-Redakteur
Uwe Lothar Müller. Er stellt das spektakuläre Reportage-Projekt „Refugees – 4 Monate, 4 Camps“ vor. Hautnah haben Künstler bei dieser
bimedialen Fernseh- und Internetarbeit Menschen in Flüchtlingslagern in Nepal, im Libanon, im Tschad und in Nordirak begleitet – und
ihren Blickwinkel angenommen. Geschichten sind aufgezeichnet in Filmen und auf Fotos, in Erzähl-Comics und literarischen Texten. Niemand
kann sich den fragenden Kinderaugen entziehen: Wo ist unser Haus, wo sind die anderen aus unserer Familie? Was ist überhaupt passiert?
Wie fühlen sich Flüchtlinge, die den Weg ins Grimme- Institut gefunden haben – entdecken sie sich in den Bildern wieder? „It’s terrible“,
sagt ein Syrer – es ist schrecklich. Antworten auf Fragen will auch die WDR-Welle Funkhaus Europa bieten. Aber aus – man ahnt es – einem
noch einmal ganz anderen Blickwinkel. Es geht um tagesaktuelle Nachrichten im „Refugee Radio“, die mittags und nachts um fünf vor
Zwölf in Englisch und Arabisch ausgestrahlt werden. Schiwa Schlei stellt das Programm vor, sie verhehlt auch nicht die Schwierigkeiten,
das Zielpublikum zu erreichen – „Refugee Radio“ ist auf die Schützenhilfe deutschsprachiger Kollegen angewiesen, um bekannt zu werden.
Manchmal funktioniert allerdings auch Altmodisches: Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer hängen ausgedruckte „Refugee“- Nachrichten
in Unterkünften der Region aus. Da schließt sich ein Kreis. Aufdem Diskussionspodium sitzt auch Nadia Hellmons, ehrenamtliche
Flüchtlingshelferin aus Marl. Ihre Perspektive ist die der Menschen in den Unterkünften. Sie nimmt ihre Sorgen und Ängste wahr. „Ihre
Handys sind das Wichtigste für die Flüchtlinge, um Kontakt mit den Familien zu halten. Jeder, der ein Handybesitzt, weiß, wie schnell Datenvolumen
aufgebraucht sind.“ Es müssten, sagt Hellmons, mehr Internet-Zugänge geschaffen werden. „Es gibt ja auch bereits gute Deutsch-Kurse im Netz…“
Es ist indes ein Netz mit Schattenseiten, wie nicht nur Florian Soßna weiß. „Ja, es gibt Beleidigungen und Volksverhetzung“, schildert der stellvertretende Chefredakteur des Medienhauses Bauer, Peter Geburek, Erfahrungen aus der Praxis. Auch diese Zeitung ist dazu übergegangen,
dass eine Freischaltung nachts aufgesetzter Leser- Kommentare zu Internet-Artikeln erst morgens durch die moderierende Redaktion
erfolgt. Und: Unter manchen Artikeln zum Thema Flüchtlinge ist die Kommentarfunktion deaktiviert. Geburek macht deutlich, dass Sperren
für Medienmacher auch immer eine Gratwanderung sind. „Viele User segeln ganz bewusst auf der Grenze.“

 

Grimme-Institut Marl Freitag, 27. November 2015


 

Fotograf: M. Catmak

 

Betriebsbesuch bei „Synthomer“ im Chemiepark am FR 13. Nov. 2015:

„Digitale Produktion – Wo bleibt da der Mensch?  

In der Vorbereitung des 15. Abrahamsfestes diskutierten dessen Verantwortlichen  unter der Thematik „Medien in digitalen Zeiten – Wissen und Gewissen“ die großen Aufgaben hinter den Toren des Chemieparks. Umso erfreuter waren sie, als schnell die Zusage der Kooperation von „Synthomer“ kam.

Die Synthomer, als ein internationales Chemieunternehmen, legt sehr großen Wert auf Sicherheit für alle Menschen, die für Synthomer tätig sind (dies schließt selbstverständlich externe Mitarbeiter ein). Daher veranstalten die Verantwortlichen dort  in jedem Jahr eine sogenannte SHE-Week (SHE = Safety-Health-Environment). In diesem Jahr, jetzt im November, haben sie aus der SHE-Week eine SHE-Month gemacht. Hier werden Veranstaltungen wie Sicherheitsbelehrungen, kommunikationsfördernde Programme, wie z.B. „Zeig mir deinen Arbeitsplatz!“, Lernen aus Vorfällen, Ereignissen und guten Lösungen etc. durchgeführt. Dies gilt nicht nur für den Standort in Marl, sondern wird aktuell an allen Synthomer- Standorten weltweit - Deutschland, England, Finnland, Italien, Saudi-Arabien, Ägypten, Malaysia, Vietnam, und und ...  einmal um den Globus sozusagen - durchgeführt. Allein aus diesem Grunde passt dieses Programm so gut in die "Themen-Landschaft“ des bekannten Abrahamsfestes 2015.  

Angemeldet hatten sich 25 Personen. Es führten von der Synthomer Deutschland GmbH die Herren Dr. Jens Wieboldt, als Werksleiter und Dipl-Ing Muhammet Catmak als Standort- verantwortlicher Ingenieur. Nach einer Besichtigung des Kontrollraums/ Leitstands ging es bei der sich anschließenden Diskussion in der Thematik „Sicherheit“  um das große, verantwortungsvolle Feld von "Kommunikation" / Technik - Mensch – Technik. Wo bleibt der Mensch in der digitalen Produktion, die über Computerprogramme automatisch läuft? Hoch konzentriert arbeitet der Mensch am Leitstand, wo er den Ablauf verfolgt und steuert! Da entstehen Abhängigkeiten von Mensch und Maschine. Hoch erfreut waren alle über die Teilnahme von Günter Stebel, der 1945 im Werk mit seiner Arbeit angefangen hatte, als alles noch mechanisch verlief bis zu den Anfängen der Digitalisierung. Gegen Ende überwog der Eindruck aller: Der Mensch ist umgeben von Technik. Der Mensch hat diese Technik geschaffen. Es bleibt in seiner Verantwortung, dass alles läuft und dabei das Leben des Menschen nicht gefährdet wird. 

Die Verantwortlichen vom Abrahamsfest hoffen dass sich beim 16. Arbrahamsfest wieder eine Kooperation mit einem Unternehmen des Chemieparks Marl ergeben könnte.  

Beatrix Ries

 

 


 

    

Junges Abrahamsfest: Filme schauen und Pizza essen. Reden miteinander und über den Film

Die Reihe „Junges Abrahamsfest – Filme schauen und Pizza essen. Reden miteinander und über den Film“ ist Teil vom 15. Abrahamfest. Hierbei trafen sich am 30.Oktober 2015, von 17 b is 20 Uhr ca. 30 Jugendliche aus verschiedenen Kulturen, im Jugendbereich des Ernst-Reuter-Hauses, zu einem Kinoabend mit Popcorn, Chips und Getränken.Es wurde der Film „Alles für meinen Vater“ geschaut; Beatrix Ries hatte diesen Film ausgewählt.
Nach dem Film gab es dann auch noch Pizza, worüber sich die Jugendlichen gefreut haben.
Außerdem haben die Jugendlichen sich weitere ähnliche Veranstaltungen gewünscht, was in Marl-Hamm fehlte.
Kooperationspartner dieser Veranstaltung war ein weiteres Mal der AWO Migrationsdienst im Ernst-Reuter-Haus Marl-Hamm.

Berichterstatter und Fotograf: Metin Boybeyi


 

Pressebericht:


    

Isaac Tourgman öffnet den                         SchülerInnen blicken auf die Thora-Rollen

Thora-Schrank in der Synagoge


Im Rahmen des 15. Abrahamsfestes besuchten Jugendliche der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Martin Luther King Schule und der Willy 
Brandt Gesamtschule - beide aus Marl - die Synagoge in Recklinghausen. Zwei Stunden lang lernten sie in der Synagoge bei dem Kantor und 
Vorbeter Isaac Tourgman viel vom jüdischen Glauben und Leben - in der Geschichte seit Abraham und in der heutigen Gemeinde. Tourgman erinnerte daran, dass am Vortag - 9. November 1938 - die Pogromnacht im damaligen Nazi-Deutschland die Synagogen (auch die in Recklinghausen)  zerstört hatte, jüdische Geschäfte  und Familien auch in Marl getroffen hatte. Für alle Jugendlichen war es der erste Besuch in einem jüdischen Gotteshaus.In einem sehr lebendigen Wechsel-Gespräch zwischen Isaak Tourgmann und den Jugendlichen wurden fast keine Themen ausgelassen - auch nicht die Frage nach der Stellung zur Homosexualität oder die "Misch-Ehe". Tourgman stellte die zentrale Rolle vom Sabbat , der Heiligen Schrift der Thora heraus. Die Jugendlichen nahmen auch die Aufforderung zu Respekt zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionen mit. Abraham als gemeinsamer Nenner im Judentum, Christentum und Islam wurde immer wieder deutlich. Aus den beiden Schulen begleiteten die Lehrkräfte Gundi Jürgens, Norbert Keller, Thomas Oevermann, Christian Grube vom Jugendkulturzentrum Kunterbuntes Chamäleon und zusammen mit Hartmut Dreier vom Kreis der Verantwortlichen des 15. Abrahamsfestes.


Wie in der ersten Klasse

In der Kalligrafie-Werkstatt des Abrahamsfestes lernen nicht nur Schüler alte Schriften kennen   (als PDF)

Wie in der ersten Klasse.pdf